RennWelten Team: Erzähl doch mal, Jan

Ihr kennt ihn alle aus der RennUni und dem ein oder anderen hat er schon zu ein paar Sekunden weniger auf der RennStrecke verholfen: Jan Biermann ist aktiver RennUni Coach und teilt seine Tipps regelmäßig auf unserem YouTube Kanal. Mit uns hat er darüber gesprochen, wie er zum Simracing gekommen ist und wie viel Arbeit so ein Video eigentlich ist. Aber lest selbst:

Hallo Jan, schön, dass Du Dir die Zeit genommen hast.
Fangen wir mal von vorne an, für die, die Dich noch nicht so gut kennen: Magst Du mal was über Dich erzählen? Was treibst Du so, wenn Du mal nicht im Rennen bist?
Gern! Ich bin 23 Jahre alt, studiere Wirtschaftsinformatik und arbeite nebenbei im Krankenhaus. Und wenn ich nicht gerade im Simracing unterwegs bin, bin ich gern draußen unterwegs, ich spiele Tennis, oder bin real an der Rennstrecke anzutreffen.

Nächste Frage: Wie bist Du denn eigentlich zu RennWelten gekommen?
Puh, ich war eigentlich schon von Beginn an dabei. Als es losging mit der Season 1 damals bin ich dazugestoßen und fand das Projekt schon damals sehr spannend. Ich bin dann in der Season 1 mitgefahren und habe mich dann durch einen glücklichen Zufall beim Rennen in Barcelona von Platz 4 auf Platz 3 kämpfen können, was dann den Einzug ins Finale bedeutet hat. Also, ich bin quasi von Anfang an dabei gewesen.

Im letzten YouTube Video geht es ja unter anderem um deinen Einstieg in die Simracing Szene, nämlich um Gran Turismo. Darüber bist du ja auch zum Simracing gekommen, oder?
Ja genau, Gran Turismo ist der Beginn für mich. Ich hatte damals eine PS 1 von meinem Onkel bekommen mit Gran Turismo 2. Dann hatte mein Nachbar eine PS4 mit Gran Turismo 4 und das haben wir dann immer gemeinsam gezockt. Da haben wir wirklich Stunden mit verbracht! Irgendwann haben wir uns dann ein Lenkrad gekauft und dann ging es an den PC, das war dann so der Startschuss. Ich habe dann mit RaceRoom angefangen und bin dann vor anderthalb Jahren nach der letzten Liga zu ACC gewechselt.

Und in ACC hast Du ja auch wirklich Fuß gefasst! Du bist natürlich auf der RennStrecke unterwegs, aber auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel das Projekt SetUp Share. Magst Du dazu was sagen und wie viel Zeit verwendest Du denn eigentlich für ein SetUp für eine anstehende Renntrecke?
Ja, das ist der wichtigste Punkt für mich, dass die SetUps frei zugänglich sind. Das Projekt hatten zwei Kumpels von mir gestartet und ich fand die Idee super. Es gibt ja auch Leute, die ihr SetUp nicht teilen wollen, aber ich finde das gut, wenn andere mein SetUp nutzen, damit helfe ich ja anderen Leuten und tue ihnen was Gutes.
Klar stecke ich da super viel Zeit rein. Wenn ich wirklich die Zeit habe, brauche ich schon ein paar Stunden. Das hängt natürlich auch davon ab, wie das Auto sich fährt. Wir nehmen ja immer das aggressive Pre-SetUp als Basis und dann wird das angepasst. Das dauert mal mehr, mal weniger lange. Also wenn es Dir ausreicht, wenn Dein SetUp eine gute Basis hat, dann kommst Du mit ca. 2 Stunden hin. Aber wenn Du ein SetUp wirklich on Point bauen willst, dann musst Du schon eher mit 10 Stunden rechnen.
Meine SetUps haben zwischenzeitlich über 60.000 Leute runtergeladen, das ist natürlich unfassbar viel und macht einen auch ein bisschen stolz. Außerdem kam unglaublich viel positives Feedback und das motiviert einen auch, weiterzumachen.

Das zeigt ja auch nochmal den Wert dieser SetUps. Super, dass die geteilt werden. Es geht aber ja nicht nur darum, dieses Setup runtergeladen, sondern auch darum, die Dinge umsetzen zu können und dafür gibt es ja die RennUni. Du bist da ja auch sehr aktiv. Was hat die RennUni für einen Stellenwert für dich in der Community? Sie ist ja auch ein Alleinstellungsmerkmal von RennWelten.
Ja, definitiv. Angefangen hatte ich noch in meiner alten Community und bin dann zu RennWelten rüber gewechselt. Das geht hier ja alles in viel größerem Umfang und mit größerem Aufwand. Bei der RennUni sind ja auch professionelle Coaches aus dem realen RennSport dabei, ebenso, wie Leute, die Ahnung von Motec haben zum Beispiel. Da können wir echt viele Bereiche abdecken.
Anfangs war ich natürlich total nervös, das mit einer Gruppe von 50 Leuten zu machen. Aber das kam so gut an, alle sitzen da und hören zu und stellen Fragen. Das ist einfach ein super schönes Arbeitsklima! Viele Sachen erscheinen einem ja selbstverständlich, wenn man selbst schon lange fährt, aber wenn man das mal erklärt, hilft das total vielen Leuten. Die saugen das richtig auf. Und wenn man dann liest, dass die dadurch 3 Sekunden schneller sind und sich total bedanken, ist das super schön und motiviert auch!

Ihr betreibt ja auch echt viel Aufwand. Da zeigt das Feedback aus der Community, dass ihr einiges richtig macht! Aktuell werden ja immer andere Strecken besprochen. Hast Du denn persönlich noch neue Projekte, die anstehen oder wie entstehen da die Ideen? Sprich: Wie geht es weiter mit der RennUni?
Genau, wir haben alle zwei Wochen den Streckenwechsel. Klar, die Strecken sind natürlich limitiert, aber wir haben auch super viele Themen, die danach kommen können, das Thema Linie und Co oder Motec zum Beispiel. Da hilft es auch, wenn die Leute die Strecken erstmal drauf haben, Und man darf auch nicht vergessen: Wenn die Strecke einmal sitzt und man denkt, jetzt klappt alles, dann kann es ja auch mal sein, dass der Himmel die Schleuse öffnet und man auf Nässe fährt, dann ist das nochmal ‘ne neue Situation, über die wir reden.
Wenn die Basics sitzen, kann man auch noch viele weitere Themen aufmachen, zum Beispiel SetUps, so Sachen wie RennIntelligenz oder die Stewards mit dazu holen und sich gemeinsam kritische Situationen anschauen. So hören die Leute mal, wie Rennkommission zu steht, wie kann und dann kann man darüber sprechen, wie man solche Unfälle vermeiden kann.

Kommen wir zurück zum Thema YouTube und dem RennWelten Kanal. Du bist ja quasi der Kopf bei dem Thema, bist ja mit deinem Kanal zu uns rüber. Wie läuft das denn alles? Ist es sehr aufwendig, diesen Content zu erstellen?
Definitiv! Durch den Zusammenschluss mit RennWelten ist die Thematik auch auf einem deutlich höheren Niveau und damit natürlich der Aufwand größer. Nehmen wir zum Beispiel das RennUni Video, also quasi das Video, dass wir für die RennUni verwenden und das vertone ich dann im Nachhinein für YouTube.
Du musst die Runden fahren für beide Autos und dabei alles aufnehmen. Dazu kommt das Schneiden, was super viel Arbeit ist, Grafik, eben die Nachvertonung etc. Da bin ich im Schnitt schon bei guten 6-8 Stunden.
So ein Hot Lap Video ist etwas weniger Arbeit, aber bis man das SetUp gemacht hat, die Runde gefahren ist und alles geschnitten ist, kommen auch mehrere Stunden zusammen und das Endergebnis dauert 3-5 Minuten. Da steckt ein Vielfaches an Arbeit hinter!

Nächster Punkt: Du bist ja auch im Ambassadors for RennWelten Team unterwegs und hast beim Charity Event von The Sim Grid einen Erfolg gefeiert mit dem ersten Platz mit dem GT4. Erzähl mal was über das Team und wie das war!
Bei Ambassadors gibt es ja das Wortspiel von Vicky, dass AM für Amateur steht. Wir sind quasi neben dem Pro Team das AM Team und machen da unsere Späße und fahren um die Wette. Ich habe Team als neues Botschafter Team gegründet und es relativ klein gehalten. Henrik Gamball ist mein Team-Mate und da kommen immer wieder Leute dazu, wie zum Beispiel Lars Kisser oder Jonas van Dreuten, der ja auch mit eigenem Botschafter Team am Start ist. Jetzt beim Charity Event ist Janski mitgefahren. Da stand ja vor allem der gute Zweck im Mittelpunkt. Für ein Spaß-Event ging es da relativ zur Sache und deshalb waren wir froh, dass wir das Ding trotzdem holen konnten. Wir wurden am Anfang auch einmal abgeschossen, aber haben uns dann wieder schnell fokussiert und angepasst und sind dann unseren gewohnten Langstrecken-Stiefel gefahren. Das ist für uns wichtig: Konzentriert weiterzufahren und sich nicht von Rückschlägen runterziehen zu lassen. Wir haben uns dann wieder vorgekämpft und konnten eine Runde Vorsprung ausbauen und dann auch halten. Am Ende haben wir uns dann natürlich ultra über den ersten Platz gefreut!

Eine ganze Runde Vorsprung ist schon ne bombastische Leistung. Und eure Einstellung ist natürlich auch super und hat absolute Vorbildfunktion!
Jan, vielen Dank für Deine Zeit! Wir sehen uns in der RennUni wieder!

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