RennWelten Team: Erzähl doch mal, Benny

Wer steckt eigentlich hinter dem RennWelten Team? In regelmäßigen Abständen stellen wir euch die Gesichter vor, die das Ding hier am Laufen halten und RennWelten zu dem machen, was es ist. Den Anfang macht Benny.

Ihr kennt ihn als aktives RennWelten-Mitglied und erfolgreichen Twitch-Moderator: Benny alias BloodyRain1984 hat die Season 2 für euch moderiert. Wir haben nachgefragt, wie er das Große Finale erlebt hat. Außerdem hat er aus dem Nähkästchen geplaudert, was seinen Job ausmacht und warum er ihn so verdammt gut macht. Aber lest selbst:

Benny, wie war das Große Finale der Season 2 für dich?
Schon als wir die Liste mit den Teilnehmenden geschrieben haben, war klar, dass das ein sehr starkes Feld wird. Aber dass es dann so extrem wird – auch im Quali-Format – das war dann doch unerwartet.
Die Fahrer und Fahrerinnen haben ja im Grunde das gemacht, was das Season-Konzept verfolgt hat: Nämlich, sich auf verschiedenste Weise zu qualifizieren. Und an dem Abend sind sie dann wirklich um die Lorbeeren gefahren. Das war ein sau spannendes Rennen. Da sind dann auch teilweise wirklich intensive Zweikämpfe entstanden. Aber trotzdem gab es keine übertriebene Aggressivität, alle sind mit dem nötigen Respekt gefahren.
Also, alles in allem muss ich sagen, dass dieses Finale wirklich zu 150% dem Thema gerecht geworden ist!

Du hast ja die gesamte Season moderiert. Wie hat sich deine Beziehung zu den Fahrerinnen und Fahrern verändert?
Die meisten Fahrer habe ich ja bereits vor der Season mal zu Gesicht bekommen. Das waren jetzt keine völlig Unbekannten. Aber klar, mit der Zeit lernst du die Fahrer besser kennen. Das ist dann wie ein Puzzle, das sich im Kopf zusammenbaut.
Das Auto steht ja mit Beginn der Season fest und dann ändert sich nur noch technisch etwas. Da stecken die Jungs und Mädels auch unglaublich viel Arbeit rein, um sich zu verbessern. Dadurch bekommst du nach einiger Zeit ein Gefühl für die einzelnen Fahrer und kannst das Potenzial einschätzen.
Das ist übrigens auch ein Tipp von mir, den ich oft mitgebe: Passt das SetUp an euch an und nicht umgekehrt!

Hast du ein Season Highlight?
Puh… Da gab es schon einige! Jetzt eins rauszusuchen, ist echt schwierig. Der Power- Drift von Lars Kisser im Finale war definitiv eine mega Nummer für sich. Aber wie gesagt, es gab wirklich viele Highlights.

Du moderierst seit knapp zwei Jahren. Hattest du Anfangsschwierigkeiten?
Ich habe ziemlich genau vor zwei Jahren, im Dezember 2018, mit dem Streamen begonnen – erst als Co-Moderator. Ab Januar 2019 habe ich dann, auf meinem eigenen Kanal, selbst moderiert.
Einstiegsschwierigkeiten hatte ich nicht wirklich. Ich fahre auch selbst und habe früher als professioneller Schrauber gearbeitet, das heißt, ich kannte die Szene schon. Das ist natürlich ein Riesenvorteil. Ich verstehe, was in dem Moment mit dem Auto passiert, mit dem Fahrer und seinen Emotionen. Da kann ich dann auch schnell drauf reagieren.

Gibt es Momente, in denen du mit den Fahrern mitfühlst?
Klar, wenn ich die Fahrer auch persönlich kenne, wie zum Beispiel von meinem Team, Monkeyboys Racing, dann fiebere ich da natürlich auch irgendwo mit. Ich bin ja, wie gesagt, auch in der Szene drin, da kann ich einige Situationen natürlich total nachvollziehen.
Wenn jemand mit einer guten Pace unterwegs ist und dann unerwartet das Auto verliert oder vom Server fliegt, dann ist das immer bitter.
Oder im Finale hatte ich natürlich auch ein paar Favoriten, denen ich den Sieg locker zugetraut habe und wenn es bei denen dann einfach nicht läuft an dem Abend, dann ist das natürlich hart.
Aber letztendlich ist meine Aufgabe, das Rennen zu moderieren und in der Rolle bleibe ich auch. Da bin ich sehr professionell.

Ist es nicht manchmal schwer, neutral zu bleiben?
Nein, nie! Als Moderator ist es nicht meine Aufgabe, Bewertungen auszusprechen und das darf ich auch gar nicht. Niemals – wirklich niemals – darf ich als Moderator eine Rennsituation im klassischen Sinn bewerten. Klar, es kann sein, dass ich mal Situationen kommentiere, vor allem, wenn dann auch noch Emotionen im Spiel sind. Aber beispielsweise Bestrafungen zu fordern, das ist ein absolutes No Go. Dafür sind die Stewards zuständig und das muss auch getrennt bleiben.

Mittlerweile moderierst du bis zu 6 Rennen die Woche. Wie bringst du das unter einen Hut?
Aktuell habe ich ein bis zwei Abende die Woche frei. An allen anderen steht ein Rennen an. Ich bereite jedes Rennen vor und nach. Ich kümmere mich darum, dass alles vorbereitet ist. Das heißt, ist das Regelwerk aktuell, die Tabellen, stimmen die Logos? Im Nachgang spreche ich nochmal kurz mit allen Beteiligten, kläre Nachfragen und ähnliches. Das ist, wie einen Aktenordner zu schließen. Und dann musst du auch irgendwann den Cut machen. Das mache ich meist, wenn ich schlafen gehe. Und am nächsten Tag bereite ich mich dann auf das nächste Rennen vor.

Jetzt mal ehrlich: Wie viel Arbeit ist es, ein Rennen zu moderieren?
Das kommt auf die Länge des Rennens an. Bei einem 3-4h Rennen brauche ich fast genauso lange für die Vor- und Nachbereitungszeit.
Dann erfordert das Rennen an sich natürlich auch enorm viel Konzentration. Wenn ich ein kurzes Rennen mache, geht das, aber nach einem 12h Rennen bin ich am Tag danach nicht mehr zu gebrauchen. Du stehst ja die ganze Zeit unter Strom.

In so einem Rennen passiert ziemlich viel gleichzeitig und man muss als Moderator superschnell reagieren. Wie machst du das?
Ich habe ja ein ziemlich einzigartiges Set: 5 Monitore! Und die brauche ich auch, um den Überblick zu behalten. Ich fokussiere mich dann teilweise nur punktmäßig auf eine wichtige Situation. Dazu kommt ja auch noch, dass ich dafür verantwortlich bin, dass alles reibungslos läuft. Ich steuere den Ton, die Kameras etc. Und dann behalte ich ja auch noch den Chat im Auge. Das ist mir sehr wichtig, dass die Zuschauer auch mit einbezogen werden. Ich sehe mich hier auch nicht als klassischer Moderator, sondern als Entertainer. Die Leute schauen nicht nur zu, sie sollen auch gesehen werden.
Natürlich kann ich meine Augen nicht überall haben. Wenn in einem Rennen bis zu tausend Nachrichten die Stunde reinkommen, überliest du auch schon mal etwas. Dafür habe ich meine Mods – mittlerweile bis zu acht –, die den Chat zusätzlich für mich überwachen, damit niemand untergeht.
Ich finde diese Interaktion total wichtig, um die Nähe zur Community zu halten. Wir sind ja eine Gemeinschaft und hierbei ist jeder einzigartig und wichtig.

Vielen Dank für deine Zeit, Benny!

Menü